Partielle Sonnenfinsternis am Astronomietag

Das Institut für Astrophysik hat uns am 20.03.2015 zu einem ganz besonderen Programm in die Universitätssternwarte Wien eingeladen.

Rund um die gemeinsame Beobachtung des seltenen Himmelsschauspiels haben wir Vorträge, Versuchs- und Wissensstationen besucht:

  • Vortrag über Sonnenfinsternisse im Hörsaal
  • Beobachtung des Beginns der Sonnenfinsternis
  • Pause und Spaziergang im Sternwartepark
  • Die Finsternis im Spiegelteleskop (Ostterrasse)
  • Wissensstation Lichtspektroskopie
  • Beobachtung mit dem Radioteleskop

Hörsaalvortrag "Sonnenfinsternisse"

Frau Univ.-Prof. Dr. Maria Firneis, die erste habilitierte Astronomin Österreichs, schilderte emotional ihre Erlebnisse, die sie seit 1966 bei weltweit über 14 Sonnenfinsternissen sammeln konnte.

Oft dauert eine totale Finsternis nur wenige Sekunden. Da bleibt nicht viel Zeit um wissenschaftliche Erkenntnisse zu erforschen und es muss alles perfekt vorbereitet sein. Wir hörten auch vom Diamantring-Effekt, der durch die Gebirge der Mondoberfläche entsteht und von "Fliegenden Schatten". Früher waren astronomische Ereignisse eine streng gehütete Geheimwissenschaft. Heute begeistern sie uns alle!

Beginn der Sonnenfinsternis

Um 9:38 ging's dann bei perfektem, wolkenlosen Wetter los! Durch Spezialbrillen und selbstgebastelte Lochblenden beobachteten wir die Sonnenfinsternis am 20.03.2015 und sahen wir wie der Mond sich oben rechts langsam vor die Sonne schiebt. Ein "Solarscope" projizierte die Sonne so groß wie einen Fußball und wir konnten sogar die dunklen Sonnenflecken erkennen.

Pause und Spaziergang im Sternwartepark

Nach der Jause machten wir einen Spaziergang im Sternwartepark auf der Türkenschanze. Es ist ein Stück Wildnis mitten in Wien. Bei unserem Rundgang sahen wir auch die vielen weißen Kuppeln mit den Fernrohren.

Beobachtung auf der Ostterrasse

Mehrere Spiegelteleskope waren auf der Ostterrasse aufgebaut, damit wir die partielle Sonnenfinsternis ganz nah bestaunen konnten. Um 10 Uhr 45 war dann das Maximum der Verfinsterung erreicht. Anders als bei der totalen Sonnenfinsternis 1999 verschwand die Sonne nicht ganz hinter dem Mond. Nur 68 Prozent der Sonnenfläche war vom Mond abgedeckt. Unten blieb ein kleines, aber sehr helles "Kipferl" übrig. Man merkte schon, dass die Sonne nicht ganz so intensiv strahlte. Durch die Anpassung der Augen ist es aber kaum spürbar dunkler gewesen.

Lichtspektroskopie

Bei dieser Wissensstation erfuhren unsere Kinder, dass weißes Licht von der Sonne und Lampen aus vielen Farben zusammengesetzt ist. Diese Regenbogenfarben nennt man auch Spektralfarben. Mit einem Spektroskop haben wir untersucht aus welchen Farben das Licht einer Glühlampe, Energiesparlampe und der Sonne besteht. Die Sonne hat im Vergleich den schönsten Regenbogen gezaubert.

Aber nicht alle Farben der Sonne kommen bei uns auf der Erde an. Welche Farben durch den Sauerstoff und Stickstoff in der Luft herausgefiltert werden durften die Kinder im Garten herausfinden.

Beobachtung mit dem Radioteleskop

Unsere Sonne sendet nicht nur Licht sondern auch Radiowellen die eine 2m große Schüssel empfangen hat. Während der Sonnenfinsternis nimmt auch die Radiostrahlung ab und das haben wir live am Computer miterlebt.

Um 11:57 hat der Mond wieder zur Gänze den Blick auf die Sonne frei gegeben und das Radioteleskop hat wieder die volle Signalstärke empfangen.

Die nächste totale Sonnenfinsternis ist in Österreich erst wieder am 13.07.2075 zu sehen. In Amerika wird sie schon am 21.08.2017 stattfinden.

Es war ein spektakulärer Lehrausgang bei dem der Winter sich mit dem Versuch verabschiedete die Sonne verschwinden zu lassen. Doch die vielen Frühlings­blumen im Sternwartepark freuen sich schon auf den morgigen Frühlingsbeginn!